16
Mar

Hallo Leute,

habt ihr mal darüber nachgedacht euch an einem Unternehmen mit Know How und/oder finanziell zu beteiligen, wo ihr u.a. durch den Einsatz von Wissen euren ganz eigenen Gewinn mit bestimmen könnt? Vorausgesetz das Unternehmen schreibt schwarze Zahlen…;-)

Lasst mich Wissen was ihr davon haltet.


Answer:
Da musst Du den, bei dem Du Dich beteiligst, aber sehr gut kennen. Der Vater eines früheren Mitarbeiters von mir hat sich mit mehreren hunderttausend (damals DM) bei einem sehr erfolgreichen Unternehmen beteiligt. Eines Tages rief der Unternehmer aus Südamerika an und sagte, das sei nicht persönlich, aber er habe einfach alles versilbert und sei abgehauen. Da war die Beteiligung weg.

Niemals sich mit persönlicher Haftung beteiligen! Also nix mit GbR, nicht Kompelementär einer KG oder Gesellschafter einer oHG werden. Und immer schön prüfen, ob es eine vertragliche Nachschusspflicht im Verlustfall gibt.

Ansonsten: Genau die Verträge lesen. Ein Freund von mir beteiligte sich mit einer halben Million bei einer interessanten Firma. Ja, die startete überhaupt nur mit seinem Geld! Und läuft heute gut. Er bekam dafür 45 % der Anteile, der eigentliche Macher 55 %. Tja, der Macher zahlt sich inzwischen 10.000 Euro monatlich, hat fürstlich besoldete Angestellte aus seinem Freundeskreis, fährt einen sehr schönen Sportwagen und geht dauernd mit seiner Gattin auf Firmenkosten essen. Mein Freund, der das alles mit viel Geld anfinanzierte, sieht bis heute keine Cent. Bilanz und G+V weisen halt leider, leider am Jahresende keinen Gewinn aus. Tja, wer 45 % hat, wird halt überstimmt.

Vor solchen Sachen kann man sich nur schützen, indem man selbst in die Geschäftsführung eintritt. Dann aber haftet man sehr unappetitlich. Nehmen wir an, die Firma geht über die Wupper und zahlt in den letzten Monaten für ein paar Angestellte die Sozialleistungen nicht. Dann haftet jeder Geschäftsführer privat für die Arbeitnehmeranteile der Sozialbeiträge. Das kann sehr schnell sehr sechsstellig werden.

Also, bei Beteiligungen würde ich mir genau das Risiko ansehen. Sehr genau.


Answer:
Vom Prinzip wäre das der richtige Denkansatz, aber allein die Vertragsentwürfe möchte ich nicht durchführen wollen.
Auf welcher Grundlage sollte die Beteiligung sein: GbR, Co., GmbH & Co. KG, Teilhaber einer GmbH oder eben Mitgesellschafter oder als Mitarbeiter, der monatlich Anteile mit seinem Mehreinsatz erhält?
Es ist nicht nur das Wissen und Können des Einzelnen gefragt, sondern wie handelt das gesamte Team schlüssig und wie soll eine Bewertung stattfinden.
Dies und viele andere Anhaltspunkte erschweren eine Vertragsgrundlage und wenn dann die ersten Streitigkeiten kommen, na dann möchte ich nicht in deren aller Haut stecken. Es wird dann eher destruktiv anstatt konstruktiv - wie es eigentlich Anfangs angedacht war.
Es sollte der wichtigste Stab eines Unternehmens, also die Führungspersonen diese Frage angehen und nicht bis hin zu allen Mitarbeitern. Ansonsten würde dieses Unternehmen schnell in den Abgrund fallen und es ist auch wichtig zu unterscheiden - eine Beteiligung und wer hat die Entscheidungsrechte.
Es gibt also viele Details zu regeln und zu bedenken. Habe selbst mal eine GbR gehabt - nie wieder! Ick bin de Boss bi Bloom und Voss!
Sagt doch alles - oder?

This entry was posted on Monday, March 16th, 2009 at 5:23 am and is filed under Anlage. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or TrackBack URI from your own site.

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