Jun
Hallo zusammen,
ich habe eine Frage zum Thema "Gehalt im Versicherungsaußendienst".
Im Februar nächsten Jahres lerne ich aus. Nun habe ich ein Angebot bekommen. Ich würde anfangs 2000€ Brutto bekommen. Die Provisionen würden zum Teil mit dem Fixum verechnet. Der Platz in einer Agentur sowie alle Utensilien zum arbeiten (Laptop, Drucker, u.s.w.) würden mir zur Verfügung gestellt werden. Mehrerträge an provisionen würden mir ausgezahlt werden. Wenn ich das Geld allerdings nicht erwirtschaften sollte muss ich bei einem evtl. ausscheiden aus dem Betrieb nichts zurückzahlen!
Was haltet ihr von diesem Angebot.
P.S.: Bitte nur Antworten von Leuten die sich tatsächlich ein wenig damit auskennen.
Gruß Ryda
Answer:
Das liegt einfach in deiner Hand. Wenn du gut bist und viel verkaufst, dann bekommst du auch viel Geld. Wenn nicht, dann wirst du fallen gelassen wie eine heiße Kartoffel. Wenn ich dir einen guten Rat geben darf, dann versuch nicht Versicherungen in deiner Verwandtschaft zu verkaufen.
Der Leistungsdruck ist enorm, denn du musst in jedem Jahr dein Vorjahresbudget übertreffen.
Richtig gut verdienen kannst du aber nur, wenn du dich nur um Selbstständige kümmern musst. Dort liegt das große Geld.
Answer:
Das Angebot ist gut.
So wie Du es beschrieben hast ist es für Dich auch risikolos, also mach es.
Ich drück` Dir die Daumen!
..
Answer:
Aufgrund deiner Angaben vermute ich mal, dass es sich um ein Angebot der A****** handelt. Falls ja, dann sind 50% dieses Gehaltes (also 1000 €) fest, die anderen 50% mußt du
praktisch über die Provision verdienen. Falls du die 1000 € nicht über Provisionen verdienst, dann erhälst du von den 1000 € durch die sog. Mindestverdienstregelung 750 €, so dass du anfänglich jeden Monat mindestens1.750 € brutto (während der IHK-Ausbildung zum Versicherungsfachmann) erhältst. Über die Provisionen kannst du natürlich auch mehr als 2.000 € brutto verdienen.
Hinzu kommen dann noch ein pauschales Tagegeld von 90 €
und eventuell eine Sozialzulage. Reisekosten werden ja KM
mit 0,3 € erstattet. Nach 6 Monaten Betriebzugehörigkeit hast du Anspruch auf Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld und Erfolgsbeteiligung. Dadurch kommst du ungefähr auf 14,2 Monatsgehälter. Ausserdem erhältst du eine betriebliche Altersvorsorge und weitere Sozialleistungen und div.Vorteile.
Dein Gehalt hast du pünktlichst jeden Monat auf dem Konto. Nach erfolgreicher Prüfung kannst du dann dein Gehalt verhandeln und wenn du kündigst, dann musst du nicht erwirtschaftete Provisionen nicht zurückbezahlen.
Spontan fällt mir keine Gesellschaft ein, die diese Leistungen
( also finanzielle Absicherung während der Ausbildung und hinterher ) bietet.
Answer:
Bei dem Angebot, das man dir gemacht hat, handelt es sich um eine äußerst faire Geste deines AG.
Ein Neuling wird in der Regel billiger abgespeist.
Da du keine Differenzaufrechnung beim Ausscheiden zu tragen hast, ist es unerheblich, wie hoch der Anteil des aufrechenbaren Fixgehaltes ist, solange dein Vertrag in dieser Form gilt.
Du darfst allerdings zwei Sachen nicht aus den Augen verlieren:
1. Du musst das Fixum auch rechtfertigen. Es hört sich zwar gut an, wenn dein AG sagt, dass Minuserträge nicht zurückzuerstatten sind, aber lange schaut es sich keine Gesellschaft der Welt an, wenn ein ADM rote Zahlen schreibt.
Dann droht Kürzung der Fixbezüge oder der Rausschmiss … diese Branche ist knallhart!
2. Die Bezüge sind BRUTTO. Als HGB 84 hast du alle Kosten selbst zu tragen. Beispielrechnung:
PKV: 350 Euro
PRV: 250 Euro
Kosten Kfz: 700 Euro (2000 km/Monat á 40 Cent = inkl Wertverlust, á 30 Cent ohne)
Verbleiben 700 Euro brutto, zu versteuern mit deinem persönlichen Steuersatz = ca. 520 Euro netto.
Die Kfz-Kosten kannst du dir beim EkSt-Ausgleich wieder holen, aber in Vorleistung musst du solange gehen.
Wenn das Geschäft läuft, kannst du gut verdienen, solltest aber einkalkulieren, dass es Monate geben wird, wo gar nichts läuft.