Jun
Ich hasse es, wenn die Leut behaupten, sie würden z.B. für ihre Hausratversicherungen nur zahlen und nie was raus bekommen. Genauso bei Lebensversicherungen - immer wieder die Behauptung die Versicherungen würden einen über den Tisch ziehen. Vergessen die Leute das eine private Versicherungsgesellschaft ein Wirtschaftsunternehmen ist, das darauf angelegt ist Gewinne zu erzielen? Vergessen sie, das die Gesellschaften auch Risiken abdecken müssen? Was ist z.B. mit den Leuten, die 2 Jahre in eine Berufsunfähigkeitsversicherung einzahlen, dann die Leistung in Anspruch nehmen müssen und jahrzehntelang Geld heraus bekommen oder mit denen, deren ganzer Haushalt flöten geht und die alles ersetzt bekommen, obwohl sie vielleicht erst einen Beitrag einbezahlt haben. Natürlich muß eine Gesellschaft sowas kalkulieren. Nützt ja keinem, wenn sie extrem niedrige Beiträge oder enorm hohe Ausschüttungsraten anbietet und dann wenn sie gefordert ist (wie z.B. nach Sturm Kyrell) pleite geht. Was denkt ihr?
Answer:
Dem Grund nach hast du vollkommen Recht.
Leider verstehen es die Gesellschaften immer wieder, einen mit ungeheuren Summen an Werbemitteln erkauften und mühsam aufgebauten guten Ruf komplett an die Wand zu fahren.
Grund 1: Leistungsunwilligkeit im Schadensfall.
Einem Kunde, der ordnungsgemäß seine Beiträge zu entrichten hat, ist in erster Linie daran gelegen, schnelle und unbürokratische Hilfe zu erlangen, ganz so wie es ihm beim Abschluss versprochen worden war.
Leider liegt hier zu viel im Argen.
Während sich die Leistungsabteilungen bei Kleinigkeiten großzügig zeigen und teilweise sogar getürkte Schäden begleichen, um den Kunden bei Laune zu halten, sieht es bei Großschäden, wo der Kunde dringen d auf die Unterstützung seiner Versicherung großenteils vollkommen anders aus.
Bei solchen Fällen, bei denen es ans Eingemachte geht, bedienen sie sich gerne aller möglichen Schliche, um sich vor dem Zahlen zu drücken oder die Zahlung hinauszuzögern.
Dass manche Versicherten ihre Forderungen erst einklagen müssen, ist keine Seltenheit.
Derartiges Geschäftsgebaren schafft kein Vertrauen.
Grund 2: Prämienerhöhungen im Jahrestakt.
Zur Leistungsunwilligkeit kommt oft noch hinzu, dass sich die Gesellschaften beinahe jährlich Prämienerhöhungen erlauben, die viele Kunden verärgert und überlegen lässt, die Verträge zu kündigen. Selbst die Außendienstler der Gesellschaften haben kaum einmal eine plausible Erklärung parat, wie sich die unverschämten Prämienanpassungen zusammensetzen und warum sie notwendig sind.
Wenn man die jährlichen Milliardengewinne zugrunde legt, ist es zweifelhaft und unvorstellbar, dass die Erhöhungen notwendig sein sollen, um die Schadenquote zu kompensieren.
Grund 3: Die Gier der Vorstände
Während die meisten Otto-Normalbürger-Kunden gut überlegen müssen, wie sie Monat für Monat mit ihrem unzureichenden Gehalt über die Runden kommen sollen, wächst bei Vorständen und Aufsichtsräten die Sorge, wie man seine im hohen sechsstelligen oder gar siebenstelligen Bereich angesiedelten Gehälter am effektivsten an der Steuer vorbeischmuggeln kann.
Sozialneid schafft Unfrieden, egal ob bei Politikern oder bei den Möchtegern-Topmanagern der Versicherungen.
Answer:
Du siehst das genau richtig. Als Versicherer muss man verdammt viele Risiken abdecken können und auch für die Versicherten eine angemessene Leistung bieten um Kunden zu gewinnen und zu binden. Die jedoch wissen ja gar nicht was die verschiedensten Schäden kosten. Beispiel hättest du gedacht das wenn jemand in einem Mehrfamilienhaus den Schlüssel verliert ruck zuck 10.000 euro zusammén kommen. Und das geht schneller als man denkt un ja ich hab mich nicht verschrieben 10.000 euro! Aber die Leute haben ja immer was zum aussetzen. Selbst wenn ihnen der Schaden ohne Probleme oder verzögerungen erstattet würde meckern sie nach einiger zeit wieder über die hohen Beiträge.
Answer:
du sprichst mir aus der Seele.
Jeder der einmal einen größeren Schaden gehabt hat und der von der Versicherung bezahlt wurde, ist froh das er das abgesichert hatte. Man kann nicht immer alles gegenrechnen, wenn man zum Beispiel für ca 6,- Euro im Monat eine Haftpflichtversicherung hat mit einer Versicherungssumme von 50 Millionen - wer könnte seinen Haftpflichtschaden aus eigener Tasche bezahlen ?
Answer:
Aber wenn jemand jahrelang in eine Versicherung einzahlt und dann etwas passiert, will man ja, das die Versicherung hilft. Aber in vielen Fällen zickt die Versicherung rum und will nichts bezahlen.
Schließlich bezahlt man ja die Versicherung, dass die dann im Notfall hilft.
Answer:
Hallo Mausi!
Du hast es erfasst. Leider gibt es immer wieder Leute, die versuchen werden, eine Versicherung abzuzocken. Das sind aber auch meistens die Menschen, die sich selbst ungerecht von der Gesellschaft behandelt fühlen und deshalb denken, sie hätten das Recht dazu. Leider! Das Versciherungen allgemein einen schlechten Ruf haben und deshalb leichter Opfer von Betrügern werden, liegt aber auch daran, dass es kaum bekannt ist, dass die Versicherungswirtschaft eine der am stärksten reglementierten und überwachten Branchen überhaupt ist (Stichwort: BaFin). Für viele sind Versicherungen eben einfach zu intransparent…
Viele Grüße
Nachtrag: Also Beitragserhöhungen im Bestand sind nur möglich nach einer unabhängigen Treuhänderermittlung, und zwar immer dann, wenn der Schadenbedarf im Verhältnis zu den Beitragseinnahmen steigt. Das hat nichts mit Willkür des Versicherungsunternehmens zu tun!