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Jul

Stern TV:

Die Deutschen sind gut versichert: Auf jeden Einwohner - vom Baby bis zum Greis - entfallen knapp sechs Policen, rund 430 Millionen Verträge bundesweit. Die Versicherungsgesellschaften feiern Rekordgewinne: 162 Milliarden Euro Beitragseinnahmen stehen nur 125,5 Milliarden Euro an Auszahlungen gegenüber.

Trotzdem zahlen die Unternehmen im Schadensfall oft nur zögernd oder gar nicht! Die Wut der Versicherten steigt: Fast 20.000 Kunden wenden sich jährlich hilfesuchend an neutrale Schiedsstellen und viele gehen gegen die Ablehnungsbescheide gerichtlich vor. stern TV-Reportage zeigt, wie Menschen plötzlich vor dem Ruin stehen, wenn die Versicherung nicht zahlt…


Answer:
Mitschuld an dieser Situation sind nicht zuletzt die vielen Betrüger, die es als Kavaliersdelikt betrachten, die Versicherung zu betrügen. Eine Versicherung sichert - vertragsgemäß - ganz bestimmte Situationen ab, und wenn diese Situationen eintreten, wird in aller Regel auch gezahlt. Eine Versicherung ist kein Sparbuch und kein Selbstbedienungsladen. Wenn Dein Haus abbrennt, bekommst Du auch die volle Summe erstattet, egal, ob Du schon 20 Jahre für eine Feuer-Versicherung gezahlt hast oder erst eine Woche.

Es nur ganz natürlich, dass man skeptisch wird, wenn der Schadenfall dubios erscheint. Und mal ganz ehrlich: Dieser Auszug aus dem Bericht ist doch reine Stimmungsmache! "Trotzdem zahlen die Unternehmen im Schadensfall oft nur zögernd oder gar nicht!" ist reichlich übertrieben. 20.000 zu 430 Millionen ist nicht sooo viel, wenn man bedenkt, dass geschätzt jeder zehnte Kraftfahrzeug-Schaden ein Versicherungsbetrug ist!

Man sollte nicht vergessen, dass es unabhängige Ombudsmänner für's Versicherungswesen gibt, an die sich die Versicherten jederzeit wenden können.


Answer:
Danke an alle.

Vielleicht gibt es auch deshalb so viele Betrüger, weil die Assekuranz die VN größtenteils auch betrügt und sogar noch vom Staat und dem BAFin als Ombudsmann protegiert wird?! - Darüber sollte man auch nachdenken.

. Melden


Answer:
In hohem Maße mitverantwortlich an dieser Situation ist die Vielzahl der Versicherungsbetrüger. Noch immer gilt diese Form der Wirtschaftskriminalität als eine Art Volkssport und genießt in der Bevölkerung hohe Akzeptanz.

Leidtragende sind die echten Betroffenen, die oft vor dem wirtschaftlichen Aus stehen, wenn die Versicherung nicht zahlt.

Auf der anderen Seite treiben die Gesellschaften einen ruinösen Wettbewerb, um sich gegenseitig mit Billigprämien die Kunden abspenstig zu machen.

Das Vertragswerk wird immer dicker, die Leistungen immer dünner. Für einen Laien ist es geradezu ein Ding der Unmöglichkeit geworden, AVB's miteinander zu vergleichen.

Jede Auszahlung ist für eine Vers.-Gesellschaft mit Verlust verbunden. Also sind die Sachbearbeiter angewiesen, jede fragwürdige Schadenanzeige (und fast jede Anzeige kann als fragwürdig eingestuft werdeb, wenn man unbedingt will) abzuschmettern. Dem Kunden bleibt nur der mühevolle Klageweg. Die vers.-Ges. betreibt eine Zermürbetaktik, um den Kunden für ein meist weit unter seinem Anspruch liegendes Kulanzangebot "sturmreif zu schießen".

Schade, dass es nicht erlaubt ist, die Prozesshäufigkeit eines Versicherungsunternehmens - vornehmlich der Kompositversicherer - zu veröffentlichen. Da würden einige renommierte Gesellschaften oder Billiganbieter schlecht abschneiden.

Beim "Vergleich" sollte der Kunde nicht nur auf die Monats- oder Jahresprämie sehen. Unter "Ausschlüsse" gibt es in den Angeboten oftmals viel Interessantes zu sichten …

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Gier der Vorstände auf der einen Seite, als auch die Gier der Versicherungsbetrüger auf der anderen für die "härtere Gangart" der Gesellschaften hauptverantwortlich sind.

Leidtragende sind die ehrlichen Kunden, die das Fehlverhalten beider Seiten mit höheren Prämien, bzw. eingeschränkten Leistungen und Leistungsverweigerungen bezahlen und büßen müssen.


Answer:
Das ist in der Tat ein großes, großes Problem. Um es einigermaßen kurz zu machen, es ist eine Frechheit, was die Versicherungswirtschaft mit den Versicherten treit. Ich hoffe es gibt einmal eine besonders heiße Hölle für Versicherungsvorstände. Die meiner Meinung allerletzte Versicherung ist die Bayerische Versicherungskammer. Mit einer Minutiösität, die seinesgleichen sucht, wurden bei mir am ersten Arbeitstag im neuen Jahr die Versicherungsprämien für ein volles Jahr im voraus abgebucht. So weit so gut. Als ich einmal in 15 Jahren mit dem Auto einen Kaskoschaden (Hagel) hatte, dauerte es erst einmal vier Wochen, bis der Gutachter zu einem Sammelplatz kam, wo all die beschädigten Autos begutachtet werden konnten. Dann zog sich (wegen angeblicher EDV-Umstellungsprobleme die Zahlung noch einmal sechs Wochen hin) und dann wurden nochmals 20 % abgezogen, wegen angeblich ohnehin schon vorher vorhandenen Mängeln. Ich hatte wirklich in zwanzig Jahren so gut wie keinen Versicherungsfall aber wenn doch mal was passierte und der Schaden nur 200 Euro betrug und ich dieses Geld wollte, fiel den Damen und Herren von der Leistungs-(verweigerungs)abteilung schon irgendein Grund ein, mir dieses Geld zu verwehren. Ich vermute, dass hinter diesem Geschäftsgebahren Methode ist. Wegen 200 Euro nicht ausgezahlter Versicherungsgelder geht niemand vor den Kadi und wenn, dann sitzen die Versicherugen am längeren Hebel. Egal, ich habe daraus meine Lehren gezogen und verfahre wie folgt.

Nur noch den "worst case" versichern. Also Dinge die existenzgefährdend sein können. Wohngebäude - Unfall, Haftpflicht - Risikolebensversicherung - das wars. Den ganzen anderen Scheiß, den es da gibt (Hausrat, Blitzschutzüberspannung, Rechtsschutz, Insassenunfall, Teilkasko, Kapitallebensversicherung und, und, und spare ich mir. Sollte dann mal ein Schaden entstehen, der dann ja nicht existenzbedrohend ist, kann ich den aus dem gesparten Geld locker und leicht bezahlen.

Ganz zum Schluß noch ein Gedanke. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung halte ich im Prinzip für sinnvoll. Aber gerade bei dieser Versicherungsform sind die Versicherungen am dreistesten. Weil sie wissen, dass die Betroffenen sich kaum noch wehren können, spielen die Versicherungen auf Zeit. Da wird zermürbt auf Teufel komm raus. So nach dem Motto: "sie mussten schon bei der Vertragsunterzeichnung gewusst haben, dass sie an dieser Krankheit leiden und dass dies irgendwann einmal zur Berufsunfähigkeit führen muß und deswegen sehen wir leider keine Veranlassung, Ihnen Leistungen zu gewähren.


Answer:
Zum Glück habe ich so eine Erfahrung nocht nicht machen müssen - sowohl bei mir als auch bei meinen Verwandten und Bekannten hat bisher alles reibungslos geklappt. Ging aber bisher nie um große Summen und auch nur um klare Sachverhalte.

Aber man muß bei solchen Berichten sehr vorsichtig sein.

In meiner Tätigkeit bei der Versicherung sind mir auch schon genug Betrüger über den Weg gelaufen. Es gibt einfach mal Leute, die wenn sie Geld brauchen, einfach einen Schaden melden, egal ob wirklich passiert oder nicht. Nur jeder 10. davon fliegt auf, kostet die Versicherung jedoch Geld. Somit werden die Gesellschaften natürlich vorsichtig und prüfen genauer nach.

Dann gibt es auch Leute, die melden einen Schaden - z.B. hier bei mir passiert - Kunde stößt beim Wohnungsputz mit dem Staubsauger gegen seinen Fernseher, Bildröhre implodiert. Naja, eigene "Zerstörungswut" ist nun mal nicht versichert. Der Kunde jedoch regt sich auf, will sich an die Presse wenden oder die Versicherung kündigen - dabei muß er sich nur mal die Versicherungsbedingungen durchlesen.

Das sind jetzt kleine Fälle. Mich ärgert es jedoch auch, wenn Gesellschaften versuchen sich um ihre Zahlungspflichten zu drücken, obwohl die Ansprüche gerechtfertigt sind. Das wirft natürlich kein gutes Licht auf die Versicherer und bestärkt die Versicherungsnehmer in ihrer Skepsis und Ablehnung. Aber vielleicht bringt es die Kunden dazu sich endlich mal genauer über die verschiedenen Anbieter zu informieren. Ich finde es nur gut, wenn die Leute nicht sofort alles unterschreiben, sondern sich erst mal bei Verbraucherschutz und Co über Zahlungsmoral und Seriosität der Anbieter informieren. Klar will ich auch Versicherungen verkaufen und klar - wir sind ein Versicherungsunternehmen, welches Gewinne erwirtschaften will und nicht die Wohlfahrt - aber mir ist jeder kritische, gut informierte Kunde tausend mal lieber als so ein leichtgläubiger, der alles unterschreibt und dann nur nörgelt und nach jeder Fernsehsendung zu dem Thema bei mir im Büro steht und kündigen will! Auch ist es immer auch ein wenig davon abhängig, wie sehr sich der Versicherungsvertreter für seinen Kunden einsetzt. Der kann nämlich im Schadensfall auch noch mal ganz viel für den Kunden tun und Gutachten, Zahlungen etc. beschleunigen. Jedoch bei einigen Vertretern hört nach geleisteter Unterschrift das Interesse und die Arbeit für den Kunden auf - leider! Da ist dann der Kunde im Schadensfall angeschmiert und oft reicht der Gesellschaft schon eine kleine Ungereimtheit bei der Formulierung der Schadensmeldung, um den Schaden abzulehnen - berechtigt oder nicht.


Answer:
Das kenn ich! Versicherungen sind geiziger als Onkel Dagobert, seines zeichens reichste Ente des Universums.

This entry was posted on Sunday, July 6th, 2008 at 2:57 pm and is filed under Versicherung. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or TrackBack URI from your own site.

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